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Ayurveda Basics: Pitta Dosha


Mit Pitta meine ich hier nicht die griechische Insel. Pitta ist im Ayurveda eines der drei sogenannten Doshas. Doshas sind Bioenergien oder Wirkprinzipien. Sie entstehen aus Kombinationen der fünf vedischen Elemente Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde.


Die drei Doshas sind

  • Vata: Das Prinzip der Bewegung

  • Pitta: Das Prinzip der Transformation

  • Kapha: Das Prinzip der Stabilität und Struktur

Einen Überblick über Elemente und Doshas findest Du hier.


Diese Wirkprinzipien gibt es überall in der Natur, auch in uns Menschen. Jeder Mensch hat von Geburt an einen bestimmten Anteil dieser Doshas in sich. Wir sprechen von seinem Gleichgewichtszustand, auf Sanskrit Prakriti. So kann es sein, dass Du zum Beispiel 60% Pitta, 30% Kapha und 10% Vata in Dir hast. Durch verschiedene Einflüsse verschieben sich diese Anteile und können dann zu Ungleichgewichten führen. Die aktuelle Verteilung der Doshas in Deinem System heißt Vikriti.

Heute betrachten wir speziell das Pitta Dosha, und zur Veranschaulichung tun wir das mit einen menschlichen Beispiel. Vielleicht erkennst Du jemanden aus Deinem Bekanntenkreis oder sogar Dich in der folgenden Beschreibung wieder.


Eine typische Pitta-Lady

Meine Lieblings-Professorin an der Uni hieß Monika. Ihr Unterricht war einfach toll: Ihre klare, präzise und gleichzeitig angenehme Ausdrucksweise, ihr scharfer Verstand und ihre fachliche Brillanz garantierten, dass es nie langweilig war und ich mich noch heute an fast alles erinnere, was sie mir beigebracht hat.


Ehrgeiz und Leistung


Monika war ungewöhnlich zielstrebig. Schon im Alter von 32 Jahren wurde sie Professorin für Mathematik, sie brannte leidenschaftlich für ihre Forschungsthemen und für ihren Unterricht, sie arbeitete gerne und diszipliniert und setzte sich erfolgreich und energisch gegen ihre männlichen Kollegen durch.


Sie war nicht überall beliebt: Ihr Konkurrenzdenken und ihre manchmal aufbrausende und dominante Art schreckten einige  ihrer Kollegen ab. Auch manche Studenten hatten ihre Probleme damit, dass Monika wenig Geduld hatte, vor allem mit langsamer Auffassungsgabe hatte oder gar Faulheit: Das tolerierte sie gar nicht.


Auch privat liebte Monika Wettkämpfe: Sie war im Schach- und im Leichtathletik-Verein aktiv und auch dort erfolgreich. Sie sah auch sehr sportlich aus: Athletischer Körperbau, weder zu dünn noch dick, durchaus muskulös, aber nicht übermäßig. Alles an ihr erschien regelmäßig und klar, gut durchblutet und kraftvoll. Wie eine Katze, sagte eine meiner Freundinnen manchmal.


Klarheit und Schärfe


Ihr Blick war klar, scharf, fast stechend, durchdringend. Unangenehm, wenn man die Hausaufgaben nicht gemacht hatte, ansonsten aber faszinierend.


Monikas sehr regelmäßige, klare Gesichtszüge machten sie trotz ihrer oft problematischen, geröteten Haut zu einer sehr schönen Frau.


Rotblond und mit Sommersprossen übersät, hatte Monika ihre Probleme mit der Sonne. Im Sommer, vor allem bei Hitze, war ihre sonst scheinbar unerschöpfliche Energie deutlich schwächer. Sie wurde noch schneller ungeduldig, und man konnte ihr eine gewisse Erschöpfung ansehen, auch wenn sie diese zu überspielen versuchte.


Feuer durch und durch


Wir wunderten uns oft darüber, wie viel sie in der Mensa auf ihrem Tablett hatte und auch tatsächlich aufaß. Sie hatte viel Appetit, und wehe, sie kam später zum Essen als geplant: Ihre Laune wurde unerträglich! Ansonsten war es toll, an ihrem Tisch zu sitzen. Sie redete und diskutierte gerne und war für mich eine große Inspiration.

Bist Du auch so ein feuriger Mensch? Oder jemand aus Deinem Umfeld?


Pitta-Celebrities


Miriam ist ein klassischer Pitta-Typ. Susan Sarandon, Madonna, Julianne Moore, Brad Pitt, Matt Damon, Bill Clinton und Donald Trump haben alle eine sogenannte Pitta-Konstitution.

Wen kennst Du noch?


Wenn ich davon spreche, dass Du eine Pitta-Konstitution hast oder ein Pitta-Typ bist, heißt das, dass das Pitta Dosha in dem angeborenen Verhältnis der drei Bioenergien den weitaus größten Anteil hat. Du hast immer einen Anteil von Pitta in Dir, auch wenn Du kein Pitta-Typ bist. Und auch Anteile der zwei anderen Wirkprinzipien Vata und Kapha.



Äußere und auch innere Einflüsse können das Pitta in Dir noch verstärken. Wir schauen uns das im Folgenden genauer an.


Feuer, Feuer, Feuer... und etwas Wasser


Das Pitta Dosha besteht hauptsächlich aus dem Element Feuer (Tejas), es enthält aber auch einen kleineren Anteil Wasser (Apas). Dadurch hat Pitta, das Prinzip der Transformation die Eigenschaften heiß, scharf, durchdringend, leicht, flüssig und beweglich. Wir finden diese Eigenschaften in Menschen wie Monika wieder: Sie brennen für das, was ihnen am Herzen liegt! Monikas Auffassung ist scharf, ihr Blick durchdringend, ihr Körper leicht und beweglich, ihre Bewegungen und ihr ganzer Lebensstil flüssig. Pitta-Typen trinken übrigens oft auch oft sehr viel.


Transformation auf allen Ebenen


Die Rolle von Pitta in unserem Körper ist die Transformation. Eine große Rolle spielt die Verarbeitung der Nahrung, körperlich und auch geistig. Intelligenz, Hunger und Durst werden von Pitta hervorgebracht. Pitta ist auch zuständig für die Sehkraft, die Körpertemperatur und die Hautfarbe.


Pitta-Probleme


Verstärkt wird das Pitta Dosha hauptsächlich durch Hitze und durch Extreme. Heiße Temperaturen, scharfe, heiße Nahrung und Getränke, und auch Hungern sind keine gute Idee. Zu viel Arbeiten oder Sport, generell extreme Verhaltensweisen sind oft typisch für Menschen mit Pitta-Konstitution, und gerade das verstärkt das Pitta noch zusätzlich. Pitta-Typen möchten sich nicht eingestehen, dass das, was sie tun, gerade eigentlich zu viel ist, und blenden die Warnsignale gerne aus. Dadurch kann unter Umständen ein Teufelskreis entstehen und zu riesigem Leistungsdruck, Stress und sogar Burnout führen.

In weniger extremen Fällen sind typische Pitta-Leiden alle Formen von Entzündungen, auf der Haut oder im Körper, Fieber, Übersäuerung und unkontrollierte Gefühlsausbrüche, besonders Wut. Sonnenbrand, Sonnenstich, Migräne, Einschlafprobleme sind ebenfalls häufige Sommer- und Pitta-Themen.


So chillst Du Dein Pitta


Die besten Maßnahmen, um Ungleichgewichte jeglicher Art auszugleichen, sind die mit entgegengesetzten Eigenschaften. Wenn Du ein unter erhöhtem Pitta leidest, ist das Wichtigste beim Ausgleich Kühlung - auf allen Ebenen.

Achtung: Bitte keine eiskalten Getränke oder Nahrungsmittel zu Dir nehmen! Klar ist das im ersten Moment kühlend, aber später stresst und erhitzt es Dich zusätzlich. Richtig heiß ist natürlich auch nicht gut - Zimmertemperatur ist optimal für Dich.


Kühlende Lebensmittel


Bei der Auswahl der Nahrungsmittel greifst Du am besten auf die zurück, die süß, bitter oder herb schmecken. Das kühlt Dich von innen. Aber Achtung: Kaffee und Alkohol (ja, auch das bittere Bier), verstärken Dein Pitta noch.

Meiden solltest Du auch scharfe, saure und zu salzige Lebensmittel, die verstärken ebenfalls Hitze im Körper.


Pitta ist das Dosha, das die wenigste Schärfe verträgt, auch wenn gerade Pitta-Typen oft gerne scharf essen.


Natur und Schatten


Kühle Dich mental mit entspannender Musik und Spaziergängen im der Natur, am besten im Wald oder am Wasser. Bewegung ist wichtig, aber auch hier eine Warnung: Keine Extreme! Ich weiß, auch hier geht mit Pitta-Menschen gerne der Ehrgeiz durch. Ist aber kontraproduktiv. Wenn Du Sport machst, meide auch die pralle Sonne.


Rechtzeitig ins Bett!


Ganz wichtig gerade auch für Pitta-Typen: Geh so oft es geht vor 22 Uhr schlafen! Die drei Bioenergien sind nämlich zu bestimmten Tageszeiten besonders aktiv. Ab ungefähr 10 Uhr abends ist das gerade Pitta. Dann bekommst Du, wenn Du nicht schon im Bett bist, nochmal richtig Feuer, wirst aktiv und kannst dann schlecht einschlafen. Siehe unten die Illustration anhand der "ayurvedischen Uhr" von 5 Uhr abends bis 5 Uhr früh:

Dosha-Farbberatung


Farben können Dich wunderbar ausgleichen: Blau, türkis, weiß, smaragdgrün. Setze die in Deiner Kleidung und auch in Deinem Umfeld ein. Bei Kleidung wähle am besten auch kühlende Stoffe wie Leinen oder Hanf.


Mein Lieblingstipp: Viele Blumen! Die harmonisieren Dein Pitta und sind ganz nebenbei auch einfach wunderschön.


Schau mal, welche Wirkung der Mond auf Dich hat. Auf viele Pitta-Typen wirkt Mondlicht ausgleichend. Caraka, einer der klassischen Ayurveda-Texte, empfiehlt den Aufenthalt in Räumen, die von Mondstrahlen gekühlt sind – wie auch immer man das umsetzen kann ;-)


Augen und Geist entspannen

Pitta-Frauen sind Meisterinnen im Fokussieren. Wenn sie ihren Pfeil auf ein Ziel ausgerichtet haben, tun sie alles, damit er auch dort ankommt. Das ist für sie aber oft zuviel. Bevor Du in einen Teufelskreis kommst, versuche ein- oder zweimal täglich bewusst „herauszuzoomen“: Mach Dir bewusst, was Dir wirklich wichtig ist, für Dein ganzes Leben, nicht nur für dieses eine Ziel. Sieh das „big picture“.

Und spüre in Dich hinein. Was wünschen sich Dein Körper und Deine Seele wirklich?


Bist Du ein "Pitta"?


Hast Du die typischen Pitta-Symptome? Fühlst Du Dich gestresst und getrieben? Brauchst Du in Deinem Leben mehr Klarheit, Gelassenheit und Balance, weißt aber nicht, wie Du dahin kommen sollst? Wie Du irgendeine Änderung in Deinen sowieso schon super vollen Tag einbauen kannst?


Wenn Du möchtest, berate ich Dich. Ich biete Dir eine halbe Stunde Gespräch an – kostenlos und unverbindlich. Wir schauen, was gerade bei Dir los ist und was man da gut machen kann. Als Balance & Vitality Coach bin ich nämlich genau dafür da: Ich helfe gestressten Frauen, wieder zurück in ihr Gleichgewicht zu finden. Und das mit einem Mix aus ayurvedischer Weisheit und ganz praktischen, individuell auf Dich abgestimmten Tipps. Mehr darüber hier – oder kontaktiere mich direkt! Ich freue mich darauf, Dich kennen zu lernen.


Quellen (zusätzlich zu den oben verlinkten):


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