Einfach ayurvedisch kochen: Mein Curry-Baukasten

Einfach ayurvedisch kochen mit meinem Baukasten-System! Diesmal zaubern wir ayurvedische Curry-Gerichte für mittags oder abends. Du bekommst ein Grundrezept und dann je nach Dosha-Typ die passenden Gewürze, Kräuter, Gemüsesorten und andere Zutaten.


Klingt gut? Ist gut. Los geht’s.


Was bedeutet eigentlich Curry?


Das Wort stammt vom tamilischen Begriff kari ab, was „Beilage zu Reis“ bedeutet und ist damit erst einmal sehr offen definiert. Die Tamilen waren in Südindien und Sri Lanka ansässig, und auch heute noch sind die meisten Curry-Gewürzmischungen und Curry-Gerichte von diesem Kulturkreis inspiriert.


Zeit für Kreativität!


Die Gewürze spielen in den Curry-Gerichten eine große Rolle. Dazu bestehen sie meist aus Gemüse, einer Sauce und teilweise auch Käse, Fleisch, Joghurt, Fisch und anderen Komponenten.

Vorteil: Wir können unserer Kreativität freien Lauf lassen! Ich zeige Dir ein ayurvedisches Grundrezept und dann die am besten geeigneten Varianten für Vata, Pitta und Kapha und für die ganze Familie! Mein Rezept ist vegetarisch, Du kannst jedoch auch Fleisch oder Fisch hinzufügen.


Falls Du magst, schau in meinen Ressourcen nach meinen Lieblings-Lebensmitteln und -Küchenhelfern. Auch Kochbücher empfehle ich da.


Grundrezept


Das Grundrezept ist bewusst offen gehalten. Wo es wichtig ist, gebe ich Mengen oder Mengenrelationen an.

  1. Du schneidest das Gemüse in Würfel oder Streifen und zerstößt die Gewürze im Mörser. Es ist immer besser, die Gewürze im Ganzen zu verwenden und frisch zu zerkleinern. Sowohl Geschmack als auch Wirkstoffe sind um ein Vielfaches besser. Wenn Du allerdings wenig Zeit hast, kannst Du auch eine vorbereitete Gewürzmischung einsetzen. Ich gebe Dir nachher einige Rezepte dafür.

  2. Du erhitzt Fett in einem beschichteten Topf und gibst die Gewürze hinzu. Die Flamme sollte hoch sein, aber nicht maximal. Für zwei Personen sollten es ungefähr 2 Esslöffel Fett und 1/2-1 Teelöffel Gewürze sein.

  3. Rühre um, so dass sich das Fett mit den Gewürzen verbindet. Diese typisch ayurvedische Zubereitungsweise stellt sicher, dass sich die Wirkung und auch das Aroma der Gewürze optimal entfalten kann. Genieße den Duft!

  4. Wenn die Gewürze gut angeröstet sind, gibst Du das Gemüse hinzu und röstest es mit an. Dabei gut umrühren.

  5. Sobald das Fett komplett eingezogen ist und das Gemüse anfängt braun zu werden, gießt Du es mit der Flüssigkeit Deiner Wahl auf und lässt es auf niedriger Flamme köcheln, bis das Gemüse gar ist.

  6. Am Ende gibst Du noch Salz, frische Kräuter und andere Toppings hinzu und servierst das ayurvedische Curry mit Reis!


Gewürze


Bei den Zutaten fangen wir mit den Stars des Ayurveda an: Mit den Gewürzen. Wenn Du in Deiner Familie verschiedene Konstitutionen hast, was der Normalfall ist, ist die einfachste Idee die Verwendung sogenannter Tridosha-Gewürze, die für alle ayurvedischen Konstitutionen geeignet sind und kein Dosha stark erhöhen.


Zum Thema Tridosha-Küche habe ich diesen Artikel geschrieben, den ich insbesondere Einsteigern in die ayurvedische Küche ans Herz lege.


Tridosha-Gewürze


Gewürzmischungen


Eine ganz einfache und sehr leckere ayurvedische Tridosha-Gewürzmischung besteht aus gleichen Teilen Kurkuma, Kreuzkümmel und Koriander.


Eine andere besteht aus

  • je 3 Teilen Koriander, Kreuzkümmel und Kardamom und

  • je 1 Teil Zimt, schwarzem Pfeffer und Nelken.

Obwohl schwarzer Pfeffer an sich nicht für alle Doshas optimal ist, ist er in der Kombination mit den anderen Gewürzen sehr gut verträglich.


Pitta-Gewürze


Alle Tridosha-Gewürze sind auch für Pitta geeignet. Zimt, Nelken und frischer Ingwer sind es allerdings nur in Maßen, da sie leicht erhitzend wirken. Generell verträgt Pitta die wenigste Schärfe, Kapha die meiste:



Kleine Mengen von anderen (nicht Tridosha-) Gewürzen sind auch für Pitta-Typen kein Problem. Nur die Menge und Regelmäßigkeit kann auf Dauer ein Ungleichgewicht im ayurvedischen Sinne entstehen lassen.


Gewürzmischung


Eine tolle ayurvedische Gewürzmischung für Pitta-Typen ist

  • 4 Teile Koriander

  • 4 Teile Kreuzkümmel

  • 2 Teile Fenchel

  • 1 Teil Nelken

  • 1 Teil Kurkuma

Sie ist auch für alle anderen Doshas geeignet, für Pitta jedoch besonders ausgleichend, da sie hauptsächlich die Geschmacksrichtungen süß und bitter beinhaltet und leicht kühlend wirkt.


Vata-Gewürze


Das Vata-Dosha verträgt etwas mehr Schärfe, da es im Gegensatz zum Pitta-Dosha die dadurch entstehende Wärme gut gebrauchen kann. Zu viel Schärfe ist nicht geeignet, da diese das sowieso trockene Vata-Dosha zusätzlich austrocknen kann.


Gut geeignet für Vata-Typen sind zusätzlich zu den Tridosha-Gewürzen


Asafoetida und Kreuzkümmel sind DIE Vata-Gewürze. Sie verhelfen der in der Regel etwas schwächeren Vata-Verdauung zu Stärke, ohne zu überreizen.


Ayurvedische Gewürzmischung


Meine liebste Vata-Gewürzmischung ist diese:

  • 2 Teile Kreuzkümmel

  • 1 Teil Kardamom

  • 1 Teil schwarzer Pfeffer

  • 1 Teil Koriander

  • 1 Teil Zimt

  • 1 Teil Kurkuma

  • Etwas Asafoetida (vorsichtig dosieren, schmeckt relativ stark)


Kapha-Gewürze


Für Kapha-Typen sind nun auch die Gewürze mit viel Schärfe sehr passend. Kapha hat die Eigenschaften kalt und feucht und kann daher Hitze und Trockenheit gut gebrauchen. Super sind


Ayurvedische Gewürzmischung


… und eine super leckere Kapha-Mischung ist

  • 2 Teile Ingwer

  • 2 Teile Kreuzkümmel

  • 1 Teil schwarze Senfsamen

  • 1 Teil Koriander

  • 1 Teil Chili



Ayurvedische Gewürzmischungen auf Vorrat herstellen


Normalerweise röste ich die Gewürze frisch im Fett an. Du kannst aber, wenn es einfacher für Dich ist, auch schon Gewürzmischungen vorbereiten und dann fertig zu Deinem Gericht hinzugeben. Du sparst damit Zeit.


Die Vorgehensweise ist ganz einfach:

  • Die Gewürze im Ganzen in einer beschichteten Pfanne trocken anrösten

  • Abkühlen lassen

  • Die Gewürze im Mörser klein mahlen

  • In ein luftdichtes Glas abfüllen und trocken lagern!


Fette und Flüssigkeiten


Vata


Wenn Du Vata ausgleichen möchtest, nimm ruhig reichlich gute Fette und Öle.


Sie sorgen für ein stabiles Nervensystem und wirken gegen die Vata-bedingte Trockenheit. Besonders gut geeignet sind wärmende, nährende Fette wie beispielsweise


  • Ghee

  • Sesamöl

  • Walnussöl

  • Leinöl

  • Kürbiskernöl

Zum Aufgießen kannst Du

  • Kokosmilch

  • Sahne

  • Sojasahne

  • Wasser

verwenden. Vata-Ausgleich ist vor allem im Herbst und im frühen Winter wichtig, da zu dieser Jahreszeit das Vata-Dosha in der Natur vorherrscht.


Pitta


Zum Ausgleich von Pitta braucht es etwas weniger Öl als für Vata, dennoch muss der Pitta-Typ sich in der Regel nicht einschränken. Super sind Fette, die etwas kühlend wirken oder zumindest neutral sind, wie

  • Ghee

  • Kokosfett

  • Olivenöl

Zum Aufgießen kannst Du wie auch Vata

  • Kokosmilch

  • Sahne

  • Sojasahne

  • Wasser

verwenden. Kokosmilch ist besonders gut zum Pitta-Ausgleich, da es etwas kühlend wirkt. Pitta solltest Du ausgleichen, wenn Du überhitzt bist. Im Sommer ist das Pitta-Dosha sehr stark in den meisten von uns aktiv.