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Detox! Die 6 Geschmacksrichtungen im Ayurveda [Teil 2]


Die Geschmacksrichtungen sind im Ayurveda eins der wichtigsten Konzepte, die uns im Alltag weiterhelfen. Wenn wir wieder richtig schmecken lernen und verstehen, wie uns die verschiedenen Geschmäcker körperlich, geistig und seelisch beeinflussen, können wir mit einfachen Mitteln Alltagsbeschwerden wie Stress, Müdigkeit, Verspannungen und Übergewicht entgegen wirken.


Zur Wiederholung: Ayurveda ordnet jeder Substanz eine oder mehrere der folgenden sechs Geschmacksrichtungen zu:

In der Galerie siehst Du jeweils Beispiele für Lebensmittel mit den Geschmäckern süß, sauer, salzig, scharf, bitter und zusammenziehend. Mehr Beispiele kommen später.


Alle sechs Geschmacksrichtungen sind wichtig


Süß, sauer und salzig haben wir im letzten Blogartikel kennen gelernt. Diese drei Geschmacksrichtungen haben nach der Lehre des Ayurveda eins gemeinsam: Sie bauen unsere Gewebe auf. Das bedeutet nicht, dass wir davon dicker werden!


Unser Körper ist jünger als wir denken


Wie wir heute wissen, erneuert sich unser Körper ständig. Jonas Frisén vom Karolinska-Institut publizierte im Jahr 2005 Berechnungen der durchschnittlichen Dauer für die Erneuerung verschiedener Körperteile. Die Magenschleimhaut erneuert sich danach innerhalb einer Woche, unsere Geschmacksknospen alle 10 Tage und sogar das Skelett durchschnittlich alle 10 Jahre.


Drei für den Aufbau, drei für Verträglichkeit und Reinigung


Die drei gewebeaufbauenden Geschmacksrichtungen süß, sauer und salzig sind also die Basis unserer Gesundheit. Die anderen drei sind aber genauso wichtig, da sie für eine bessere Verträglichkeit unserer Nahrung und die Ausscheidung von Giftstoffen und damit die Reinigung des Körpers und Geistes sorgen.


Jetzt, wenn es Richtung Herbst geht, ist "Detox", also Entgiftung, super für Körper und Seele! Dafür musst Du nicht fasten. Du kannst Dich auch durch kluge Wahl Deiner Nahrung entgiften. Ich erkläre Dir wie!


Scharf!


Wie auch bei den anderen Geschmacksrichtungen ist scharf im Sinne des Ayurveda nicht nur das, was wir landläufig als „scharf“ einstufen. Auch viele milde Speisen haben durch aus scharfe Noten und werden daher zur ayurvedischen Geschmacksrichtung scharf gezählt. Beispiele dafür sind Kohlrabi, Spinat, Tomaten, Basilikum und Zimt.

Die am meisten spürbare Wirkung dieser Geschmacksrichtung ist wohl die erwärmende: Scharfes heizt uns so richtig schön ein! Gut ist das, wenn uns kalt ist oder wir müde und unmotiviert sind. Im Sommer oder wenn Du sowieso schon "unter Strom stehst", solltest du die Geschmacksrichtung scharf nur gemäßigt einsetzen.


Entsprechendes gilt für die Doshas: das „hitzige“ Sommer-Dosha Pitta wird durch Scharfes schnell noch mehr angeheizt und sollte es daher sehr sparsam dosieren. Die noch am besten für Pitta verträglichen Gewürze sind Ingwer, Fenchel und Nelken. Vata und Kapha Dosha können von Schärfe durchaus profitieren, Kapha verträgt am meisten davon.


In geeignetem Maße sollte die Geschmacksrichtung scharf in jeder Ernährung vorhanden sein. Sie kann nämlich mehr als nur erwärmen: Sie reinigt den Mund und die Sinnesorgane, stärkt unser Verdauungsfeuer und verbessert somit die Verdauung, die Aufnahme der Nährstoffe in unseren Geweben sowie die Ausscheidung. Wichtig für Kapha: Scharfe Substanzen trocknen aus und befreien von Schleim und Fettüberschuss.


Praxistipp


Du kannst es Dir zur Gewohnheit machen, am Vormittag warmen Ingwertee zu trinken. Dafür schneide einfach ein Stück Ingwerknolle in Scheiben und gieße diese mit heißem Wasser auf. Wenn Du möchtest, kannst Du Honig und Zitrone hinzufügen, auch Zimt passt sehr gut dazu. Du kannst Deine Kanne oder Tasse immer wieder mit heißem Wasser aufgießen, wenn Du sie (halb) leer getrunken hast. Probier selbst mal aus, wie stark Du den Aufguss magst und gut verträgst. An heißen Tagen oder bei Pitta-Überschuss dosiere eher schwach. So oder so, Du unterstützt damit Deine Verdauung und insbesondere die Ausscheidung von Giftstoffen.


Denk mal an die Weihnachtszeit: Die süßen, gehaltvollen Plätzchen sind oft mit Zimt und Nelken gewürzt, der fettige Braten mit Pfeffer. Die Schärfe sorgt dafür, dass wir das üppige Essen besser vertragen.


Ein Zuviel vom scharfen Speisen und Gewürzen kann die klassischen Pitta-Beschwerden verursachen: Überhitzung, Übersäuerung und Entzündungen, vor allem an der Haut. Akne kann verstärkt werden, Sodbrennen kann auftreten.


Emotional kann uns zu viel Schärfe aggressiv machen, während eine gute Dosierung dafür sorgt, dass wir aktiv, motiviert, neugierig und konzentrationsfähig sind.

Die Geschmacksrichtung scharf ist mit den Elementen Feuer und Luft verbunden und wird im Bereich des "Mittelstreifens" der Zunge am deutlichsten wahrgenommen.


Bitter für Pitta (und alle anderen :-)


Bittere Substanzen sind bei den meisten Menschen eher unbeliebt. Am ehesten sind es noch die Pitta-Typen, die gerne mal etwas Bitteres essen. Das ist auch gut so, denn dieses Dosha kann von der bittereren Geschmacksrichtung am meisten profitieren. "Bitter for Pitta", so Dr. Vasant Lad, einer der bekanntesten zeitgenössischen Autoren zum Thema Ayurveda (Quellen findest Du am Ende des Artikels). Warum?


Antibakteriell, kühlend und trocknend


Die Geschmacksrichtung bitter ist mit den Elementen Luft und Äther verbunden und wirkt kühlend auf Körper und Geist. Sie wirkt gegen Entzündungen, Bakterien und Viren, leicht abführend und austrocknend.


Daher ist Bitteres für Pitta-Typen, die in der Regel viel Hitze und ausreichend Feuchtigkeit im Körper haben, am besten geeignet. Vata-Konstitutionen haben die Eigenschaften kalt und trocken und profitieren am wenigsten von bitteren Substanzen.


Klarheit in Körper und Geist


Wie bei allen Geschmacksrichtungen gilt: Auch bittere Noten sollten in jeder Ernährung vorhanden sein. Sie sorgen für eine tiefgehende Reinigung des Verdauungstraktes und des gesamten Körpers, machen unsere Haut, unser Blut und unseren Geist klar. Unser Bewusstsein und Introspektion werden geschärft.


Wir schmecken Bitteres in der Mitte der Zunge. Beispiele für bittere Speisen sind Chicorée, Radiccio, Kohl, Artischocken, Gewürze wie Safran und Kurkuma, Kaffee und Schokolade.


Praxistipp:


Wer Bitteres wirklich ungern isst, kann ab und zu mit Ingwer oder Kurkuma würzen. Die beiden "ayurvedischen Superstars" enthalten alle Geschmacksrichtungen außer salzig und machen daher jede Mahlzeit "rund" in diesem Sinne. Beide Gewürze schmecken nicht intensiv bitter. Beispielsweise ist Kurkuma Basis der meisten Curry-Mischungen, die oft sogar Kindern schmecken.


Zuviel Bitteres kann uns zynisch werden und zur Vereinsamung tendieren lassen - ganz ähnlich wie die sprichwörtlichen "bitteren Erlebnisse". Körperlich kann ein Überschuss an bitteren Substanzen zu Übelkeit führen und die Gewebe schwächen, insbesondere Nieren und Lungen. Der Körper kann austrocknen und Osteoporose auftreten.


Wie bitte, zusammenziehend?


Was ist das denn? Das ist im heutigen Sinne keine Geschmacksrichtung, wir können es aber trotzdem wahrnehmen. Denk einmal an das Gefühl, das unreife Bananen oder der Saft vom Granatapfel im Mund auslösen: Es fühlt sich an, als würde sich buchstäblich etwas in dir zusammenziehen. Auch grüne Bohnen, Brokkoli, Kartoffeln, Cranberries, Popcorn, Vanille, weißes Fleisch vom Hühnchen und die meisten rohen Gemüsesorten haben diese Eigenschaft.

Vata sparsam bitte!

Auch diese Geschmacksrichtung ist kühlend, jedoch weniger als bitter oder süß. Sie ist mit den Elementen Luft und Erde verbunden und wirkt auch austrocknend. Daher sind auch zusammenziehende Substanzen nicht so sehr für Vata-Typen zu empfehlen, den meisten Nutzen haben sie für Pitta und Kapha.


Reinigung und Stabilität


Zusammenziehende Speisen wirken blutstillend und sind gut gegen Schwellungen sowie Durchfall und übermäßiges Schwitzen. Der Körper wird gestrafft und die Schleimhäute gereinigt.


Positive Effekte auf unsere Psyche sind Stabilität und Erdung, im Übermaß können aber depressive Verstimmungen auftreten


Alles im richtigen Maß


Zu viel Zusammenziehendes kann den Körper austrocknen und zu Blähungen und Verstopfung führen, und auch zu Steifheit und Schlaflosigkeit.



Praxistipp


Kennst Du Okraschoten (in der Galerie ganz unten)? Sie schmecken mild und lecker, und sie wirken zwar durchaus zusammenziehend, aber gleichzeitig auch stärkend, da sie auch viel von der süßen Geschmacksrichtung enthalten. Sehr empfehlenswert!


Daher sind sie super auch für Vata-Typen. Okra gibt es in indischen oder arabischen, manchmal auch griechischen Lebensmittelläden. Oft sind sie schon gekocht in Gläsern erhältlich, leckerer schmeckt es aber, wenn Du sie selbst in etwas Öl anbrätst und ca. 15 Minuten dünstest. Die klassische ayurvedische Lehre "verlangt" ja sowieso, dass wir stets frisch kochen. Dass das nicht immer möglich ist, klar. Wir tun unser Bestes :-)


Detox


Ich halte wenig von Fastenkuren, die nicht unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Wenn nicht gleichzeitig das Vata-Dosha durch gezielte Maßnahmen beruhigt wird, wie dies beispielsweise in ayurvedischen Gesundheitszentren bei Fasten- und Entgiftungskuren getan wird, können Deine Doshas ins Ungleichgewicht geraten. Das tut Dir nicht gut.


Ausgewogene Ernährung


Stattdessen setze ich hauptsächlich auf eine ausgewogene Ernährung. Eine vollständige Mahlzeit im Ayurveda sollte alle Geschmäcker beinhalten, um wirklich sättigend zu sein und Dich ideal zu versorgen - auch in Richtung Reinigung und Entgiftung. Letzteres geschieht durch die drei Geschmacksrichtungen scharf, bitter und zusammenziehend, wie Du heute gelernt hast.


Bitte kein Stress!


Wichtig dabei: Entspannt an die Sache rangehen. Wenn Du das nächste Mal einkaufen gehst, schau Dich mal um und überleg Dir, mit welchen Lebensmitteln Du Deine Palette erweitern könntest. Setze dabei hauptsächlich auf naturbelassene Nahrung.


Praxistipp

Wenn Du gerade wirklich keine Zeit oder Lust hast, die Basiszutaten nach den Geschmacksrichtungen auszurichten, kannst Du zu meinem Trick greifen:

Die "ayurvedischen Superstars" Ingwer und Kurkuma (im Bild links) enthalten alle Geschmacksrichtungen außer salzig.


Wenn Du diese zusammen mit ein bisschen Salz zu Deinem Gericht hinzufügst, ist das schon prima. Und nach und nach entwickelst Du sowieso immer mehr Spaß und Gespür für die Geschmacksrichtungen! Ich wünsche Dir dabei viel Spaß!

Hast Du Schwierigkeiten, die richtige Ernährung für Dich zu finden? Fühlst Dich nicht gut in Deinem Körper, nach den Mahlzeiten oft schwer, kämpfst mit Heißhunger und schlechtem Gewissen?


Mit meiner Begleitung findest Du

  • Klarheit, was gut für Dich ist und was nicht

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Willst Du haben? Schreib mir oder schau Dir hier noch mehr Informationen zu meinem Life-Coaching an. Ich bin für Dich da, persönlich und mit meiner ganzen Energie.


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