Strahlend in den Herbst mit Ayurveda

Herbst = Vata?! Jein. Warum Du für einen gesunden Start in Herbst und Winter nicht direkt mit dem Vata-Ausgleich loslegen solltest, erkläre ich Dir in diesem Artikel. Und natürlich auch, was stattdessen angesagt ist.


Die Jahreszeiten im Ayurveda


Im Ayurveda gibt es drei Jahreszeiten. Vata, Pitta und Kapha. Die Übergänge sind fließend. Die Vata-Jahreszeit reicht von ungefähr Mitte Oktober bis Anfang Februar und hat ihren Höhepunkt im Dezember, ungefähr um Weihnachten.



Noch - gerade ist September - befinden wir uns "offiziell" in der Pitta-Zeit. Diese geht von ungefähr April bis Ende September. Jetzt, Ende September können wir beide Doshas gut spüren. Das geringer werdende Pitta und das stärker werdende Vata.


Pitta-Zeit


Die Pitta-Jahreszeit ist hauptsächlich geprägt vom Element Feuer. Starke Sonneneinstrahlung, gleißendes Licht, Hitze. Das Wasser-Element kann zusätzlich schwüles, drückendes Wetter verursachen.


Pitta ist das Dosha der Transformation. Blüten werden zu Früchten.


In unserem Körper äußert sich Pitta, je nach Typ, mehr oder weniger stark. Wenn Du ein Vata- oder Kapha-Typ bist, verträgst Du den Sommer tendenziell besser. Typische Pitta-Sommer-Symptome sind Überhitzung, Übersäuerung, Magenprobleme, Durchfälle, Entzündungen, Sonnenbrand, Hautprobleme, schwere und dicke Beine auf körperlicher Ebene.


Mental kann es auch gut zur Sache gehen - Pitta macht uns ungeduldig, gereizt, hitzig, übermäßig ehrgeizig und fokussiert, hart und selbst und anderen gegenüber. Du rastest aus, wenn die Kids nerven? Und die nerven auch mehr als sonst? Das ist Pitta.



Vata-Zeit


Vata ist das Dosha der Bewegung. Es besteht aus den ayurvedischen Elementen Luft und Äther. Sie sorgen für Wind, kühles Wetter, Trockenheit, Wechselhaftigkeit und Rückzug. Die Bäume ziehen den Saft nach innen und werden kahl.


Ähnlich zieht auch Dein Körper Energie von außen nach innen. Du neigst zu Frösteln, besonders an den Händen und Füßen. Deine Haut wird trocken. Auch Deine Gelenke sind weniger geschmeidig. In Deinem Verdauungssystem macht sich das Element Luft in Blähungen bemerkbar, die Trockenheit zeigt sich in einer Tendenz zur Verstopfung.


Vata macht auch in uns alles spürbar unregelmäßiger. Hunger und Durst, Deine Laune, Deine Energie, Deine Emotionen.


Beide, Pitta und Vata, verursachen Schlafstörungen. Pitta eher aufgrund von Getriebenheit und Überhitzung, Vata mit kreisenden Gedanken, Sorgen und Ängsten.



September-Vibes


Kennst Du garantiert: Nach den Sommerferien kommt Hektik auf. Plötzlich ist gefühlt unendlich viel zu tun. Alle um Dich herum rödeln und rasen von A nach B. Du weißt gar nicht, wie Du hinterher kommen sollst mit all Deinen Aufgaben.


Du fühlst Dich gestresst, bist ständig im Kopf, nervös und angespannt.


Das, meine Liebe, ist der Pitta-Vata-Mix. Vom Dosha Kapha, der Energie der Stabilität, die Dir Ruhe und Balance schenken könnte, ist viel zu wenig zu spüren. Auch hier wieder umso weniger, je weniger Kapha Du in Deiner Grundkonstitution hast.



Direkt in den Vata-Ausgleich?


So oft lese ich schon Anfang September von Vata-Ausgleich im Herbst. Wärmende, nährende Gerichte, bloß keine Rohkost mehr, täglich mit Sesamöl massieren und so weiter. Und das ist keine gute Idee.


Am Ende des Sommers haben wir eine ganze Menge Pitta in uns angesammelt. Sonne, Hitze, Grillgut, Alkohol, Eiscreme & Co akkumulieren sich zu einer großen Ladung Feuer, die da noch in unserem Körper aktiv ist. Selbst wenn wir "brav" sind und gesund leben, gibt's da so einiges an Pitta in uns.



Das äußert sich gerne in Entzündungen, Übersäuerung, Hautproblemen, Sodbrennen. Spürbar oder auch nicht.


Keine gute Idee


Gehen wir jetzt direkt in den Vata-Ausgleich mit Wärme, Öl und Flüssigkeit, bleibt das angestaute Pitta in uns, und wir verstärken es noch!


Damit erhöhen wir unser Risiko für Entzündungen und andere Pitta-Probleme. Halsschmerzen und Ohrenentzündung im Herbst?! Pitta.


Im besten Fall sorgt der gut gemeinte Vata-Ausgleich in der Übergangsjahreszeit "nur" dafür, dass uns die Trockenheit des Vata-Dosha noch stärker trifft als sonst.


Klar, oder? Hitze & Trockenheit ergeben noch mehr Trockenheit. Eine Wüste praktisch. Und das willst Du nicht. Denn nicht nur Haut und Haare sind eine Katastrophe, sondern auch Dein Immunsystem, Deine Gel