Stressfrei ayurvedisch kochen: 5 Schritte für Anfänger

Die Ernährung spielt im Ayurveda eine zentrale Rolle. So viele Ratschläge, so viele Regeln - da fühlst Du Dich als Anfängerin schnell überfordert. Wie Du einen einfachen und stressfreien Einstieg in die ayurvedische Küche findest, erkläre ich Dir heute zusammen mit Ayurveda-Koch Andreas Hollard. Ich habe ihn im wunderschönen Gesundheitszentrum Rosana kennen gelernt, wo auch die Fotos entstanden sind.


Ayurveda-Koch Andreas Hollard

Im Team mit seiner Frau Christine ist Andreas Inhaber des Yoga- & Ayurveda-Zentrums Ananda in Bad Reichenhall. Er ist ganzheitlicher Ayurveda-Koch und bietet Koch-Workshops, Retreats und Ausbildungen an.

Andreas hat den Begriff "Bayurvedisch" geprägt. Für ihn ist die Übertragung der jahrtausendealten Regeln des Ayurveda auf unsere Zeit und Region sehr wichtig.

"Ayurveda bedeutet für mich, im Einklang mit der Natur zu leben." Und das bedeutet in seinem Fall eben nicht indisch kochen, sondern bayrisch und ayurvedisch - ergo bayurvedisch.

Was bedeutet überhaupt ayurvedisch kochen?


Ich habe Andreas nach seiner Definition gefragt. Für ihn sind die wichtigsten Charakteristika

  • Liebe und Achtsamkeit beim Kochen und Essen

  • Die Harmonie der sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen

  • Die Beachtung der persönlichen Verfassung


Ayurveda-Koch Andreas Hollard

Kochen ist Liebe ❤️


„Das wichtigste ist, mit einer positiven Einstellung an den Kochprozess heranzugehen“, meint Andreas. Wenn uns das Kochen stresst, können die Zutaten und Rezepte noch so gut sein, das Essen wird uns nicht gut tun. Nahrung trägt Information, die dann in unserem Körper aufgenommen wird.


Wenn wir mit Muße und Freude kochen, dürfen wir diese positiven Gefühle dann mit dem Essen in unserem Körper aufnehmen und speichern.


Dazu gehört auch, die Lebensmittel als Geschenke der Natur zu respektieren.

Harmonie


Die sechs Geschmacksrichtungen des Ayurveda sollten in jeder Mahlzeit vorhanden sein. Zu den ayurvedischen Geschmacksrichtungen siehe meine Artikel Teil 1 und Teil 2.



Warum? Jede der Geschmacksrichtungen hat bestimmte Wirkungen auf Körper, Geist und Seele. Damit eine Mahlzeit harmonisch ist, brauchen wir all diese Komponenten. So vermeiden wir nicht nur Unwohlsein nach dem Essen und Verdauungsprobleme, sondern langfristig auch schwerwiegendere gesundheitliche Probleme, sowohl körperlich als auch psychisch.

Heißhunger adé!


Was Du als erstes bemerken wirst: Du hast keine Heißhungerattacken mehr. Diese entstehen nämlich gerade durch einen Mangel an einer oder mehrerer der Geschmacksrichtungen. Wenn das kein Argument ist :-)

Deine persönliche Verfassung


Hier kann es, wenn man es ganz theoretisch angeht, so richtig kompliziert werden. Die passende individuelle Ernährung ist unter anderem abhängig von

  • Deiner ayurvedischen Grundkonstitution (Prakriti), also Deinem Dosha-Gleichgewicht

  • Deiner aktuellen ayurvedischen Konstitution (Vikriti), also Deinem Dosha-Ungleichgewicht

  • Deiner Lebensphase

  • Der Jahreszeit

  • Der Tageszeit

  • Deiner körperlichen, geistigen und emotionalen Verfassung

Ayurveda: Elemente und Doshas

Viel einfacher: Spür in Dich hinein.


Wie fühlst Du Dich? Ist Dir kalt? Dann brauchst Du wärmende Speisen und Gewürze. Fühlst Du Dich schwer? Dann brauchst Du etwas Leichtes. Du hast trockene Haut? Dann brauchst Du flüssigere und fettreichere Nahrung!


Ja, aber wie erkenne ich die Eigenschaften der Lebensmittel?


Ebenfalls intuitiv!


„Ich gebe meinen Kursteilnehmern eine Portion Reis in die Hand und ein paar Reiswaffeln und frage, was ist leichter?“, erzählt Andreas. Oft sehen, hören, spüren, riechen oder schmecken wir bereits die Eigenschaften, die ein bestimmtes Nahrungsmittel hat. Wenn Du Dir unsicher bist, empfehle ich Dir die Website Joyfulbelly, wo alle möglichen Lebensmittel mit ihren ayurvedischen Eigenschaften aufgelistet sind.

Die Natur als Vorbild