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Tridosha-Küche: Einfach ayurvedisch kochen mit Familie


Ayurvedisch kochen? Das ist soooo kompliziert!! Das höre und lese ich mehrmals wöchentlich.

Ayurveda kann kompliziert sein, wenn man will. Es kann aber auch einfach und intuitiv sein. Und dafür stehe ich. In diesem Artikel erfährst Du, was Du bedenkenlos Deiner ganzen Familie servieren kannst.


Erst einmal vorweg: Ich bin kein Fan von super detaillierten Lebensmittel-Listen. Viele Ayurveda-Berater geben nach einem Dosha-Test individuelle „Soll“- und „Darf-nicht“-Listen heraus, oft auch noch mit Lebensmitteln, die hierzulande keiner kennt. Diese Listen werden dann ein paar Tage lang akribisch verfolgt, nach spätestens ein paar Wochen landen sie irgendwo im Schrank.


Gegensätze ziehen sich an


Abgesehen davon: In Familien oder Partnerschaften ist es fast immer so, dass wir unterschiedliche Konstitutionen und Ungleichgewichte vorfinden. Allein schon weil gegensätzliche Doshas sich anziehen! Was tun wir dann für die gemeinsamen Mahlzeiten?


Tridosha: Gut für alle drei Doshas!


Die Antwort heißt Tridosha-Küche.


Tridosha bedeutet, etwas ist für alle drei Doshas verträglich, also bringt keins von ihnen noch mehr aus der Bahn, als es schon ist.


Erfahrene Ayurveda-Köche wissen, welche Kombinationen von Nahrung Tridosha-Gerichte ergeben.


Wenn Vata-, Pitta- und Kapha-ausgleichende Nahrung auf harmonische Art und Weise zusammen gestellt und gewürzt wird, ist die Mahlzeit für alle Doshas ausgleichend.


Wenn wir gerade erst starten, ist das aber eine große Aufgabe. Ich habe Dir deshalb eine Liste an Nahrungsmitteln zusammen gestellt, die an sich schon Tridosha-Eigenschaften haben. Wenn Du den Hauptteil der Mahlzeiten daraus zusammen stellst, versorgst Du Dich und auch Deine Lieben prima in Hinblick auf Eure Dosha-Balance.


Getreide


Getreide gehören zur süßen Geschmacksrichtung und sollten in Deinem Speiseplan nicht fehlen. Für alle Doshas gut geeignet sind Basmatireis, Amaranth und Quinoa. Zu den Bildern: Wusstest Du, dass Amaranth so wunderschön lila blüht?


Basmatireis gilt im Ayurveda als der beste hier in Europa erhältliche Reis. Es wird empfohlen, Reis zu verwenden, der mindestens ein Jahr lang gelagert wurde, das verbessert die Verträglichkeit. Generell ist Reis leicht und gut verträglich und gleicht alle Doshas aus.


Er kann für herzhafte, aber auch für süße Speisen verwendet werden. Beispielsweise ist ein Porridge aus Reisflocken deutlich leichter als eins aus Haferflocken und daher auch wunderbar für Kapha-Typen geeignet.


Amaranth und Quinoa sind sogenannte Pseudogetreide, d.h. sie gehören nicht zur Familie der Süßgräser. Somit sind sie glutenfrei. Obwohl Gluten im Ayurveda nicht generell abgelehnt wird, wird es von einigen Menschen schwer vertragen.


Einheimische Getreidesorten


Hafer und Weizen sind für Pitta und Vata gut geeignet, da sie nährend und feuchtigkeitsspendend sind, nicht jedoch für Kapha.


Das Kapha-Dosha dagegen verträgt Roggen und Gerste sehr gut, da diese Getreide die Eigenschaften trocken und leicht aufweisen.



Hülsenfrüchte


Hülsenfrüchte werden von Pitta- und Kapha-Typen in der Regel wunderbar vertragen. Menschen mit einem Vata-Anteil reagieren darauf oft mit Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung und anderen Verdauungsbeschwerden.


Am ehesten verträglich sind für Vata-Typen Mungobohnen. Die gelben, geschälten Mungobohnen (rechtes Foto) sehen aus wie Linsen und haben im Ayurveda einen hohen Stellenwert. Sie werden oft für Entschlackungskuren und auch zur Gewichtsreduktion verwendet.



Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass auch rote Linsen (linkes Foto) von fast allen Menschen sehr gut vertragen werden. Sie sind auch leichter erhältlich als Mungobohnen, die Du hauptsächlich in indischen Lebensmittel-Geschäften findest. Ich finde sie auch sehr lecker!


Hülsenfrüchte besser vertragen


Ich habe drei Tricks, wie Du Hülsenfrüchte verträglicher zubereitest:


1. Einweichen


Ich gebe meine Hülsenfrüchte schon morgens zusammen mit Wasser in einen Topf. Am besten zugedeckt ein paar Stunden ziehen lassen und dann vor dem Kochen in ein Sieb stürzen. Danach spülst Du die Hülsenfrüchte noch ein wenig ab und lässt sie abtropfen.


2. Mit Gewürzen anrösten


Der wichtigste ayurvedische Küchentrick ist das Anrösten mit Gewürzen. Für Hülsenfrüchte empfehle ich Vata-reduzierende Kräuter und Gewürze wie Kreuzkümmel und Asafoetida.


Kreuzkümmel siehst Du im Foto rechts, ich habe ihn in meinem Artikel über Blähungen beschrieben. Er schmeckt und riecht wie Urlaub im Süden.


Asafoetida ist hier eher unbekannt. Du bekommst das Pulver in asiatischen oder indischen Lebensmittel-Läden oder auch im Internet. Ich bin darauf aufmerksam geworden, weil er in der Küche all meiner indischen Arbeitskollegen steht.

Der Geruch ist nicht gerade angenehm, aber sobald Du das Gewürz erhitzt, ergibt sich ein sehr leckerer Geschmack, der an Zwiebeln und Knoblauch erinnert.


Das Gute daran: Im Gegensatz zu Zwiebeln und Knoblauch ist er eben nicht zusätzlich blähend, sondern ein hierzulande unterschätztes Heilmittel für viele Verdauungsbeschwerden.


So geht’s:

  1. In einem Topf etwas Ghee erhitzen

  2. Gewürze darin anrösten, bis sie duften

  3. Hülsenfrüchte dazu und mit anrösten

  4. Mit Wasser aufgießen

  5. Köcheln lassen... und hier der nächste Trick:


3. Schaum abschöpfen


Meine persönliche Erfahrung: Wenn Du beim Kochen ab und zu den Schaum abschöpfst, der sich auf der Wasseroberfläche sammelt, wird die Mahlzeit noch einmal viel verträglicher! Probier es aus, es hilft!


Tierische Produkte


Ayurveda muss nicht vegan gelebt werden! Gerade Milchprodukte spielen durchaus eine wichtige Rolle. Allerdings ist die Tridosha-Auswahl an tierischen Produkten stark begrenzt. Außerdem vertragen sich Fleisch und Fisch schlecht mit Milchprodukten, und auch die Kombination verschiedener Milchprodukte miteinander ist problematisch.



Ethische und ökologische Gründe tun ihr Übrigens, daher leben viele Ayurveda-Anhänger vegan. Ich selbst esse durchaus Milchprodukte und auch ab und zu Fleisch, allerdings nur aus artgerechter Tierhaltung. Bitte achte beim Kauf der Produkte darauf! Du tust damit nicht nur den Tieren und unserer Erde, sondern auch Deiner Gesundheit und Schönheit etwas Gutes!


Ghee für Deine Gesundheit und Schönheit


Das wertvollste Milchprodukt aus Sicht des Ayurveda ist Ghee. Es gilt gleichzeitig als sehr wichtiges Heilmittel. Es reinigt und kräftigt gleichzeitig, stärkt das Immunsystem, den Intellekt und die Verdauungskraft. Es hat eine besonders schönheitspendende Wirkung auf Haut und Haare, es schmiert unsere Gelenke und erleichtert die Ausscheidung von Giftstoffen.

Ghee hat die Besonderheit, dass Milcheiweiß und Laktose durch den Herstellungsprozess entfernt werden und es damit für alle Doshas gut verträglich ist.

Nur bei Kapha-Überschuss sollte es sparsam dosiert werden, da die nährenden und feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften ein sowieso schon überhöhtes Kapha-Dosha verstärken könnten.


Käse: Je härter, desto schwerer


Bei Käse gilt ebenfalls Maß halten, und zwar für alle Doshas. Dabei kannst Du Dir vereinfacht merken; Je härter der Käse, desto schwerer verträglich. Frischkäse und Hüttenkäse sind noch am besten geeignet für die ayurvedische Tridosha-Küche.



Sauermilchprodukte sind stark erhöhend auf Pitta, da sie sehr säuernd und erhitzend wirken. Ja, sogar Joghurt. Am leichtesten verträgt das Pitta-Dosha noch Lassi, d.h. mit Wasser verdünnten und kräftig gerührten Joghurt.


Milch und Sahne sind für Pitta und Vata gut, für Kapha jedoch zu schwer und kalt. Als Alternative bietet sich Pflanzenmilch an. Ich selbst ersetze Sahne gerne durch Kokosmilch, ich liebe Geruch und Geschmack. Anstelle von Milch verwende ich meist Mandelmilch. Diese kannst Du sogar einfach selbst machen.


Obst und Gemüse


Wichtigste Regel: Wähle so weit es geht frische, saisonale und regionale Obst- und Gemüsesorten. Die Jahreszeiten und unsere Lebensumstände haben so große Wirkung auf unsere Konstitution, dass dies grundsätzlich eine gute Entscheidung ist.


Zum Thema saisonale Ayurveda-Küche biete ich einen Newsletter an, der Dir alle zwei Wochen ein Update gibt, welche Lebensmittel gerade besonders gut geeignet sind. Du kannst Dich hier dafür anmelden.


Die wichtigsten Tridosha-Gemüsesorten


In diesem Blogartikel möchte ich daher nur kurz auf die wichtigsten Tridosha-Sorten eingehen. Dies sind für Gemüse

  • Karotten

  • Fenchel

  • grüne Bohnen

  • Lauch

  • Spargel

  • Kürbis

Grüne Blattgemüse und Kohlsorten werden in der Regel wunderbar von Pitta und Kapha vertragen, nicht aber von Vata. Nachtschattengewächse wie Tomaten und Auberginen sind schwer verträglich, da sie laut Ayurveda stark schärfe- und säurebildend sind und alle Doshas reizen. Besonders Menschen mit einem Pitta-Anteil in ihrer Konstitution sollten darauf weitgehend verzichten.


Tridosha-Obstsorten


Hier ist die Auswahl leider relativ klein. Das liegt daran, dass

  • Vata keine zu harten, rauen Obstsorten wie Äpfel und Birnen verträgt - zumindest im rohen Zustand

  • Pitta Probleme hat mit sauren Früchten wie Zitrusfrüchte, saure Beeren, Aprikosen und Kirschen

  • Kapha keine zu süßen Obstsorten wie Bananen und Mangos und keine kühlenden, schweren Früchte wie Melonen essen sollte



Für alle gut geeignet sind

  • süße Beeren wie Erdbeeren und Heidelbeeren, bitte auf Bio-Qualität achten, da Beeren sehr anfällig sind für Schädlingsbekämpfungs- und Düngemittel

  • blaue Trauben, gleicher Hinweis

  • Granatapfel: Er schmeckt zwar sauer, ist aber für Pitta geeignet, da er gleichzeitig kühlend ist. Granatapfel gilt im Ayurveda als Verjüngungsmittel und Immun-Booster.

  • Trockenpflaumen, diese vor Verzehr einweichen


Zusammenfassung als Tabelle


Hier liste ich Dir nochmal alle Lebensmittel auf, ergänzt mit Nüssen, Samen, Ölen und Gewürzen. Die Gewürze sind im Ayurveda so wichtig, dass ich dazu nochmal einen gesonderten Artikel bringen werde.



Falls Du Lust auf regelmäßigen Input zum Thema ayurvedische Ernährung und Dosha-Küche hast, melde Dich für meinen ayurvedischen Saisonkalender an! Da stelle ich Dir nicht nur Tridosha-Lebensmittel vor, sondern auch andere saisonale Nahrung mit Hinweisen auf Verträglichkeit, Zubereitung und Nutzen.


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