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10 Schritte zu einer optimalen Verdauung mit Ayurveda

Hast Du Probleme mit der Verdauung? Für viele von uns sind Probleme wie Blähungen, Verstopfung und unregelmäßige Verdauung fast schon normal. Das muss aber nicht sein! Ich erkläre Dir die Verdauung aus ayurvedischer Sicht und gebe Dir 10 einfache Tipps, wie Du nicht nur Deinen Bauch, sondern auch Dein Leben so viel gesünder machen kannst!


Du bist, was Du verdaust


So heißt es im Ayurveda. Warum? Du hast keinen Nutzen davon, super „gesunde“ Nahrungsmittel zu Dir zu nehmen, wenn Du sie nicht richtig verarbeiten und daher ihre Nährstoffe nicht aufnehmen kannst. Du bist also nicht, was Du isst, sondern was Du verdaust.


Nahrung ist mehr als Essen


„Nahrung“ ist aus ayurvedischer Sicht nicht nur Essen und Trinken, sondern auch Sinneseindrücke, Erfahrungen, die Atemluft und alles, was wir unserem System zuführen.


Unser Verdauungsfeuer Agni


Die Verdauung ist die Aufgabe von Agni, dem Verdauungsfeuer. Es gilt nach den alten Schriften als „die erste Ursache von allem“: Wenn das Verdauungsfeuer richtig funktioniert, sorgt es für Gesundheit, Kraft, Schönheit und ein erfülltes, langes Leben. Wenn es nicht richtig arbeitet, resultiert das in Krankheiten, und das Erlöschen des Agni wird mit dem Tod gleichgesetzt.



Agni reguliert und beeinflusst

  • Die Verdauung der Nahrung

  • Die Aufnahme von Nährstoffen über den Darm

  • Die Assimilation von Nährstoffen zum Aufbau der Gewebe

  • Unseren Wärmehaushalt

  • Unsere Körperkraft und unser Energielevel

  • Unser Immunsystem und Ojas

  • Die Verarbeitung von Sinneseindrücken

  • Die Förderung von Intelligenz, Wissen und Verstehen

  • Unsere Lebensfreude, Enthusiasmus und Tatkraft


Die verschiedenen Agnis


Ayurveda unterteilt das Agni in verschiedene Bereiche und Aufgaben:


Jatharagni befindet sich im ganzen Verdauungstrakt, es ist vor allem im Magen und im Dünndarm aktiv. Es verarbeitet alle Substanzen, die wir über den Mund oder die Haut aufnehmen. Jatharagni ist der wichtigste Aspekt des Verdauungsfeuers und ist verantwortlich für

  • Die primäre Verdauung, d.h die Aufspaltung der Nahrung mithilfe von Enzymen

  • Die Trennung der Nahrung in Nährstoffe und Abfallstoffe

  • Die Regulation der Verdauungssäfte und der anderen Aspekte von Agni

In der Leber ist der Sitz von Bhutagni. Es spaltet die Nahrung in die einzelnen vedischen Elemente auf. Dhatuagni ist verantwortlich für den Stoffwechsel der sieben ayurvedischen Gewebe. Es sorgt dafür, dass die Nahrung an den richtigen Stellen in die richtigen Gewebearten eingebaut wird.


Wechselwirkung


Die fünf vedischen Elemente habe ich hier auf meiner Website genauer erklärt.

Die Doshas Vata, Pitta und Kapha bestehen aus den Elementen:

  • Vata aus Äther und Luft

  • Pitta aus Feuer und wenig Wasser

  • Kapha aus Wasser und Erde

Daher hat die in die Elemente aufgespaltene Nahrung dann einen Einfluss auf die Doshas, kann sie verstärken oder auch reduzieren.

Umgekehrt haben auch die Doshas einen großen Einfluss auf unsere Verdauung, und gestörte Doshas können zu Verdauungsstörungen führen.


Agni-Störungen


Vata


Ein überhöhtes Vata-Dosha sorgt für zu viel Wind und Bewegung in Deinem Verdauungssystem und führt zu Vishamagni, einem unregelmäßigen Agni. Das bedeutet, das Verdauungsfeuer brennt mal zu schwach (wenn die Eigenschaft kalt vorherrscht), mal zu stark (wenn die Eigenschaft beweglich vorherrscht).

Es kommt häufig zu Blähungen, aber auch zu Verstopfung, Völlegefühl und manchmal sogar Brauchkrämpfen.


Pitta


Tikshnagni ist oft das Resultat eines gesteigerten Pitta-Dosha. Der Stoffwechsel erhöht sich so stark, dass Du riesigen Hunger spürst und große Mengen an Nahrung benötigst. Oft resultiert ein Tikshnagni in Durchfall, Sodbrennen, einem Hitzegefühl und/oder saurem Aufstoßen.


Kapha


Wenn das Kapha-Dosha erhöht ist, kann sich die Verdauung stark verlangsamen, was als Mandagni bezeichnet wird. Die Kapha-Eigenschaften kalt, schwer und langsam vermindern das Verdauungsfeuer so stark, dass Du die Nährstoffe kaum verarbeiten kannst. Es kommt zu Völlegefühl, Übelkeit, Appetitlosigkeit, und wenn das über längere Zeit auftritt, kannst Du leicht an Gewicht zunehmen.


Wie entstehen Agni-Störungen?


Oft sind unsere Ernährungsgewohnheiten „schuld“. Unverträgliche Lebensmittel oder auch Lebensmittelkombinationen, zu viele kalte, rohe und trockene Speisen können Dein Verdauungsfeuer stören.


Hungern und Fasten "löschen" Agni


Nicht zu unterschätzen ist auch eine oft gut gemeinte Unterdrückung der natürlichen Bedürfnisse, vor allem durch Hungern und falsch durchgeführtes Fasten. Insbesondere Menschen mit einer Vata-Störung - und das sind in unserer gestressten Welt sehr viele - sollten mit Fasten und sogar intermittierendem Fasten sehr vorsichtig sein. Es verstärkt das Vata noch zusätzlich und schwächt Dein Verdauungsfeuer.


Mentale Auslöser sind häufig


Und dann ist eben auch Deine geistig-emotionale Nahrung ganz entscheidend für die Qualität Deiner Verdauung: Stress, Sorgen, Ängste, Kummer können Agni schwächen.


Eine gesunde Verdauung heißt Samagni. Da wollen wir hin! Bevor wir zu den Tipps kommen, möchte ich noch ein wichtiges Konzept im Ayurveda erklären, das Ama.


Ama


Ama bezeichnet unverarbeitete Stoffwechselprodukte aus der Nahrung, die im Körper entstehen. Du erinnerst Dich, Nahrung im ayurvedischen Sinne beinhaltet auch Sinneseindrücke und Erfahrungen. Meiner Erfahrung nach haben gerade gestresste, sensible Frauen häufig sogenanntes emotionales Ama in sich.


Ama belastet Dein ganzes System. Symptome von Ama im Verdauungstrakt sind

  • Verdauungsstörungen

  • Appetitlosigkeit

  • Schlechter Geschmack im Mund, Mundgeruch

  • Aufgeblähter Bauch

  • Verstopfung oder Durchfall

Ama kann sich weit über den Verdauungstrakt hinaus auswirken und sorgt dann für

  • Schmerzgefühl

  • Müdigkeit

  • Energielosigkeit

  • Steifigkeit der Gelenke

  • Schmerzen im Körper

  • Schlechten Körpergeruch

  • Schwellungen verschiedener Körperstellen

Psychische Symptome, die auf Ama hinweisen, sind

  • Antriebslosigkeit

  • Trägheit

  • Konzentrationsstörungen

  • Stumpfheit, Nebel im Kopf


Ursachen und Abhilfe


Die Ursachen für Ama sind ähnlich wie die für ein schwaches Agni, nur dass hier auch eine starke Kapha-Erhöhung noch eine Rolle spielen kann. Das Kapha-Dosha hat wie Ama die Eigenschaften schwer, kalt, träge und ölig. Somit können sich beide Faktoren gegenseitig verstärken.


Um unsere Verdauung zu verbessern, drehen wir an zwei Schrauben:

  • Wir stärken Agni

  • Wir bauen Ama ab

Dieser Kombination ist sehr mächtig, da sie sich gegenseitig verstärkt: Ein stärkeres Agni sorgt dafür, dass weniger Ama entsteht, weniger Ama sorgt für eine bessere Verdauung.

Die folgenden Empfehlungen zahlen auf beide Ziele ein. Schau, was Dir zusagt, und setze 1-2 Maßnahmen in Deinem Alltag um. Du wirst merken, dass sich Deine Verdauung deutlich verbessert!


Trinken


Ein Klassiker im Ayurveda: Gekochtes Wasser trinken. Es reinigt und regt den Stoffwechsel sanft an. Zur Trinktemperatur:

  • Kapha-Typen dürfen das Wasser heiß trinken

  • Vata-Typen sollten es etwas abkühlen lassen

  • Für Pitta-Typen empfehle ich lauwarmes Wasser.


Vormittags kannst Du auch ein paar Scheiben Ingwer mit in das Wasser geben. Der Effekt ist dann noch deutlich größer. Allerdings müssen Pitta-Typen etwas vorsichtig sein, da Ingwer erhitzend wirkt.

Ingwerwasser hat eine anregende Wirkung und kann sehr gut den Kaffee am Vormittag ersetzen! Nachmittags rate ich davon ab.



Zu den Mahlzeiten nichts trinken!


Diese Umstellung hat bei mir einen riesigen Unterschied gemacht. Wenn Du zu den Mahlzeiten trinkst, vor allem kalte Getränke, schwächst Du das Verdauungsfeuer immens. Du kannst Dir das wie mit einem echten Feuer vorstellen: Du löscht es!


Gewöhne Dir an, nicht mehr als ein halbes Glas warmes Wasser zu trinken. So entsteht dank der besseren Verarbeitung der Nahrung auch viel weniger Ama!


Bewusst und guter Stimmung essen


Stichwort emotionales Ama - nichts triggert das mehr als Essen im Stress, während der Arbeit, im Streit mit dem Partner oder der Familie. Ayurveda legt großen Wert auf die Intention und Stimmung beim Kochen und beim Essen. Nahrung ist Information. Schenke Dir mit Deinen Mahlzeiten bewusst positive, harmonische, nährende und stärkende Informationen für Körper, Geist und Seele.

Ich habe lange Zeit nebenher gegessen. Beim Lernen, Lesen, sogar beim Arbeiten. Und glaub mir, ich bin viel weniger gestresst, seit ich mir ein paar Minuten gönne, in denen ich nur esse. Du entwickelst dadurch auch viel Gespür für die Wirkung verschiedener Lebensmittel auf Dich, und kannst nach und nach immer bewusster wählen, was Dir jetzt gerade richtig gut tut.


Unverträgliche Nahrung reduzieren


Es klingt so banal, ist es aber für die meisten nicht. Wie oft essen wir etwas aus Gewohnheit, obwohl wir eigentlich spüren, dass es nicht gut für uns ist? Die Umstellung erfordert Aufwand, das ist klar. Sie lohnt sich aber. Und Du kannst Dir dabei Hilfe holen.


Vielen von uns fehlt auch das Wissen, welche Kombinationen von Nahrungsmitteln nicht gut verträglich sind. Die ayurvedische Lehre hat hier eine ganze Liste an Regeln. Ich möchte hier zwei Empfehlungen geben, die bei mir und meinen Klientinnen einen großen Unterschied machen:


Solo-Auftritt für frisches Obst


Rohes Obst solltest Du möglichst nur „solo“ essen, als Nachtisch zu einer Mahlzeit wird es nicht gut vertragen und kann zu Ama führen.


Das liegt daran, dass Obst viel schneller verdaut wird als andere Lebensmittel, und die Kombination dann zu Gärungsprozessen führen kann.


Eiweißquellen: Eine für eine Mahlzeit


Oft essen wir Fleisch mit Sahne, Milch mit Joghurt, Ei mit Thunfisch oder ähnliche Kombinationen verschiedener Eiweißquellen. Schmeckt lecker und ist auch kein Problem, wenn Du das ab und zu machst. Aber beobachte mal, wie Du Dich nach dem Essen fühlst, wenn Du EINE Eiweißquelle wählst anstelle der Kombination mehrerer. Ich spüre, dass meine Verdauung besser funktioniert und ich deutlich klarer und frischer bin!


Ayurvedische Amuse-Gueules


Ein Amuse-Gueule ist ein kleines Häppchen, was Du noch vor der eigentlichen Vorspeise bekommst - hauptsächlich in französischen Sterne-Restaurants. Zum Abbau von Ama und zur Stärkung Deiner Verdauung kannst Du eine Kur über zwei bis vier Wochen mit den folgenden Mitteln machen. Allerdings nur dann, wenn Du gerade nicht unter Pitta-Überschuss, Entzündungen oder häufigem Sodbrennen leidest.


Ingwer-Salz-Scheibe


Du bestreust eine dünne Scheibe frischen Ingwer mit Steinsalz und isst das vor der Mahlzeit. Besonders lecker ist das nicht, es stärkt aber effektiv Dein Agni und baut Giftstoffe ab.


Trikatu


Diese ayurvedische Gewürzmischung wird traditionell als sogenanntes Dipana eingesetzt, soll also die Verarbeitung der Nahrung und Deinen Appetit verbessern. Du mischt zu gleichen Teilen Ingwerpulver, schwarzen Pfeffer und langen Pfeffer. Vor der Mahlzeit mischt Du einen halben Teelöffel davon mit etwas Honig und schluckst das - guten Appetit ;-)



Doshas kennen lernen


Willst Du Deine Doshas kennen lernen und lernen, wie Du sie ausgleichst? Und zwar unkompliziert? Ich schon.

Als integraler Life- und Business-Coach stehe ich mit beiden Beinen im Leben. Ich will gesund, schön, glücklich und leistungsfähig sein. Ohne stundenlange Rituale, ohne kompliziert.

Und das bin ich. Mit Ayurveda.


Willst Du auch? Dann check meinen Selbstlernkurs Ayurveda To Go. Alles, was Du brauchst, um Ayurveda wirklich zu verstehen und für Dich umzusetzen.

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Ich freu mich auf Dich!


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