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Wildkräuter im Ayurveda


Wildkräuter und Ayurveda: Für mich eine unschlagbare Kombination. Zwar gab es viele unserer heimischen Wildkräuter im alten Indien nicht, aber die ayurvedischen Lehren lassen sich auf unser Hier und Jetzt übertragen. Ich stelle Dir die ayurvedischen Hintergründe, wichtige regionale Kräuter und drei leckere Rezepte vor!


Prana


Kennst Du den Begriff Prana? Das Sanskrit-Wort bedeutet Atem, Seele und Lebenskraft. Prana gibt uns Schwung, Kraft und nicht zuletzt Leben. Wir nehmen Prana aus ganz verschiedenen Quellen auf:

  • mit dem Atem, ganz besonders mit speziellen Atemübungen (Pranayama)

  • mit dem Sonnenlicht

  • aus frischem Wasser

  • aus guten Gedanken und Gefühlen

  • aus geeigneter Nahrung


Prana-Nahrung


Besonders viel Prana schenken, so Ayurveda, uns frische, unbehandelte Nahrungsmittel. Unbedingt saisonal und regional, möglichst frisch geerntet, dennoch reif und saftig. Wichtig ist auch, dass die Lebensmittel nährstoffreich und leicht verdaulich sind. Und ganz wichtig: Die Liebe und Dankbarkeit, die ihnen entgegengebracht wird. Das ist sowieso ein ganz wichtiger Bestandteil der ayurvedischen Ernährung.


Was eignet sich da besser als selbst gepflückte Wildkräuter, auf einem schönen Spaziergang durch die Natur kurz vor der Zubereitung der Mahlzeit?


Vitalstoffe


Die Nährstoffdichte von Wildkräutern wird absolut unterschätzt. Für die Zahlenfreaks hier eine überzeugende Tabelle, die Dir zeigt, was die wahren Superfoods sind.


Kräuter im Ayurveda


In den klassischen ayurvedischen Schriften werden viele Kräuter empfohlen. Wichtige Beispiele sind, wie Du in diesem Artikel nachlesen kannst,

  • das Stärkungsmittel (Rasayana) Brahmi

  • die indische Basilikumsorte Tulsi

  • der "erste Baum der Schöpfung" Amla

  • mein Lieblingskraut Koriander


Kräuter und ayurvedische Geschmacksrichtungen


Die ayurvedischen Geschmacksrichtungen bitter und zusammenziehend sind besonders wichtig im Frühling, um das Kapha-Dosha zu lindern, und im Sommer, um Pitta abzukühlen. Also genau zu den Jahreszeiten, zu denen wir die meisten Wildkräuter finden. Zufall? Nein.


Wildkräuter enthalten fast alle diese beiden wichtigen ayurvedischen Geschmacksrichtungen bitter und zusammenziehend, die in der westlichen Ernährung sonst leider viel zu wenig auftauchen. Du kannst also Deine Mahlzeiten also zu wahren Tridosha-Gerichten machen, also verträglich für alle Konstitutionen, indem Du viel mit Wildkräutern arbeitest.


Wichtige Wildkräuter im Frühling


Schon Mitte bis Ende Februar findest Du vielerorts diese wunderbaren Wildkräuter:


Brennnessel: Eine der ältesten Heilpflanzen der Welt! Im Ayurveda wurde sie traditionell gegen Asthma und Bronchitis eingesetzt. In der hiesigen Kräuterheilkunde ist sie als Blutreinigungsmittel bekannt. Sie aktiviert jetzt im Frühjahr bei Kapha-Überschuss und kühlt im Sommer bei Pitta-Überschuss. Taubnessel: Die Taubnessel wirkt sehr ähnlich, allerdings nicht Vata-steigernd. Sowohl Blätter als auch Blüten schmecken krautig und mild und wirken stark blutreinigend. Vogelmiere: Die Vogelmiere ist ein Kapha-Vata-Kraut. In der heimischen Kräuterheilkunde wird sie gegen Erkältungskrankheiten angewendet. Sie hilft gegen Rheuma und Husten, schmeckt super im Salat und im Pesto. Löwenzahn: Er hat harntreibende, stoffwechsel­an­re­gen­de, entzündungshemmende und entgif­tende Wirkungen. Die ayurvedischen Geschmacksrichtungen sind bitter, süß und zusammenziehend. Löwenzahn ist ideal, um Pitta zu kühlen, aber auch jetzt in der Kapha-Zeit profitieren wir von der außerordentlich nährstoffreichen Pflanze. Gänseblümchen: Die Gerbstoffe in Gänseblümchen regen Magen, Galle und Leber an. Sie wirken blutreinigend und entzündungshemmend (Pitta!), sehen hübsch aus, schmecken gut und helfen wirkungsvoll gegen Frühjahrsmüdigkeit!

Schafgarbe: Die Schafgarbe ist ein Tridosha-Kraut, wirkt also ausgleichend auf alle Konstitutionen. Sie regt den Stoffwechsel sanft an und wirkt schleimlösend. Schafgarbe kühlt vor allem erhöhtes Pitta, verringert  die Gallenproduktion und heilt Entzündungen  im Magen-Darm-Trakt.


Mein Lieblingskraut: Giersch

Bisher habe ich Giersch nirgendwo zu kaufen gefunden, nicht einmal in Bioläden. Macht aber nichts, er wächst von Februar bis November praktisch überall, und er ist leicht zu erkennen. Am ehesten findest Du ihn in schattigen Ecken, oft entlang von Bächen oder Flüssen. Wenn irgendwo gemäht oder neue Erde aufgeschüttet wurde, sind die jungen, glänzend grünen, fast durchsichtigen Blätter oft das erste, was wieder sprießt. Er blüht ab Mai oder Juni, aber da die Wurzeln im Laufe des Jahres immer wieder Ableger bilden, blühen diese dann auch später. Die Pflanze kann bis 1 Meter groß werden. Wie die Illustration links zeigt, sind die Blätter oval, außen gezahnt und oft in Dreiergruppen angeordnet. Die Blüten sind weiß und sehen ein bisschen aus wie Holunderblüten.


Was kann Giersch?


Giersch enthält massenhaft Vitamine und Mineralstoffe.


200 mg Vitamin C in 100 g Giersch sind enorm! Zum Vergleich: Zitrone enthält 53 mg.

Vitamin C stärkt Dein Immunsystem und beugt besonders Erkältungen vor, die gerade im späten Winter und Frühling oft auf der Tagesordnung stehen. Außerdem ein super Radikalfänger einen gesunden Körper und junge, frische Haut. Zusätzlich sorgen die enthaltenen Flavoniode für antioxidative Wirkung, bringen Deine Haut zum Strahlen und schätzen vor Falten!


Provitamin A ist wichtig für unser Nerven- und Immunsystem, unsere Sehkraft und unsere Fruchtbarkeit. In 100 g Giersch stecken 5-12 mg pro 100 g, vergleichbar mit Karotten, die aber gleichzeitig deutlich mehr Zucker enthalten als Giersch.

Giersch versorgt uns mit Kupfer, Eisen, Mangan, Magnesium, Kalium und Kalzium. Letzteres ist besonders für Veganer interessant: Mit 130 mg pro 100 g kommt Giersch noch vor Kuhmilch, die durchschnittlich 100 mg enthält. Du stärkst damit Deine Knochen und Zähne, Deine Zellteilung und auch Deinen Energiestoffwechsel.


3 mg Eisen - mehr als in Spinat - sorgen für gesundes Blut, ein starkes Immunsystem und optimale Sauerstoff- und Energieversorgung Deines Körpers.


Giersch wirkt entzündungshemmend auf den gesamten Körper und auch leicht harntreibend, insbesondere die älteren Blätter. Es hilft der Verdauung bei Verstopfung.


Frühjahrsmüdigkeit adé!

An mir selbst spüre und schätze ich am meisten die reinigende Wirkung der Pflanze. Sie eignet sich super zur Entgiftung im Frühjahr. In Kombination mit Brennnessel werde ich damit schon ab Februar oder März wunderbar meine Frühjahrsmüdigkeit los. Ich fühle mich frischer, meine Haut wird sichtbar klarer und rosiger, meine Verdauung stabilisiert sich.

Es ist für mich ein wunderschönes Ritual: Ich mache nach der Arbeit einen kleinen Spaziergang im Park und pflücke ein paar Blätter von beiden Wildkräutern, gerne zusätzlich auch Löwenzahn. Zuhause wasche und hacke ich die Blätter und gebe sie als Topping auf meinem Abendessen.


Giersch-Spinat


... kannst Du einfach so zubereiten wie Blattspinat. Du wäscht und schneidest die frisch gepflückten Blätter, gerne auch in Kombination mit Brennesseln, falls Du welche in Deiner Nähe findest.


Dann brätst Du eine Zwiebel in Ghee, Butter oder (sehr lecker!) Kokosöl an. Wenn sie schön gebräunt ist, fügst Du die Wildkräuter hinzu. Wenn sie zerfallen sind, lass sie noch ungefähr 10 Minuten bei kleiner Hitze im geschlossenen Topf dünsten.


Etwas Salz hinzu, je nach Geschmack auch etwas Muskat oder Pfeffer.

In der Pfanne angeröstete Sesamsamen Pinienkerne runden das Gericht ab.



Giersch-Zucchini-Kokos-Pürée


Meine Eigenkreation :-)


Du brauchst:


  • 1 kg Zucchini

  • 1 kleine Lauchzwiebel

  • eine Handvoll Giersch

  • 30 g Kokosflocken

  • Kokosöl

  • Salz


Optional zusätzlich:


  • Pfeffer: gut für Kapha und Vata

  • Chili: gut für Kapha

  • Koriander: gut für alle Doshas

  • Minze: gut für alle Doshas, schmeckt besonders lecker im Sommer!


Zubereitung:

  1. Wasche und putze die Zucchini und schneide sie in ca. 2 cm große Scheiben.

  2. Erhitze Kokosöl in einem großen Topf, brate die Lauchzwiebel darin an.

  3. Gib die Zucchini und bei Bedarf etwas Wasser dazu und lasse das Ganze bei kleiner Hitze ca. 15 Minuten garen.

  4. Wasche und putze den Giersch, zerkleinere große Blätter etwas.

  5. Jetzt wird gemixt! Am besten eignet sich ein Standmixer, in den Du alle Zutaten gibst und einfach so lange pürierst, bis Du die gewünschte Konsistenz erreichst.

Auch ein Pürierstab funktioniert gut, dann einfach alle Zutaten mit in den Topf geben und dort pürieren.


Schmeckt super zu Eier-, Fisch- und Fleischgerichten, zu Kartoffeln oder auch anstelle von Kartoffelpürée. Der Kokos gibt dem ganzen eine exotische Note und eine interessante Konsistenz.

Eine Variante mit etwas mehr Flüssigkeit (Kokosmilch oder Wasser) ist auch super lecker als sommerliche Soße zu Pasta!



Wildkräuter-Pesto


Dieses Pesto hat viele Varianten: verschiedene Kräuter, vegan oder vegetarisch.

Giersch macht das Pesto schön frisch, fast fruchtig. Probier mal! Rezept findest du hier.


Du brauchst:


  • 50 g Wildkräuter

  • 50 ml Olivenöl

  • 1 Prise Steinsalz

  • 1 Prise schwarzen Pfeffer


Zubereitung:


  1. Wildkräuter klein schneiden oder mit dem Pürierstab zerkleinern.

  2. Mit Olivenöl, Salz und Pfeffer mischen.

  3. In saubere Gläser füllen.


Fertig!


Das Pesto schmeckt toll zu Pasta, Reis, Gemüsegerichten oder als Aufstrich.

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