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Heißhunger auf Zucker? Gründe und Alternativen aus dem Ayurveda


Kennst Du das:

Du legst wirklich Wert auf eine gesunde Ernährung, aber spätestens am Nachmittag passiert es: Heißhunger auf Süßes! Ich erkläre Dir die ayurvedische Perspektive sowie die Gründe für hohen Zuckerkonsum und zeige Dir die besten Strategien und Alternativen.

Warum ist Zucker problematisch?


Mit Zucker bezeichnen wir ein- oder zweikettige Kohlenhydrate. Im Gegensatz zu sogenannten Mehrfachzuckern, also langbettigen Kohlenhydraten wie in Reis oder Hülsenfrüchten, gelangen sie direkt ins Blut. Dort steht Zucker dann direkt als Energielieferant oder auch Energiespeicher zur Verfügung.

Langkettige Kohlenhydrate müssen vom Körper erst aufgespalten werden. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel viel langsamer an, und die Energie steht Dir über längere Zeit verteilt zur Verfügung.

Nährstoffgehalt


Aber nicht nur die Kettenlänge hat einen Einfluss darauf, wie schnell Kohlenhydrate ins Blut gelangen. Auch der Nährstoffgehalt und der Grad der Verarbeitung spielen eine große Rolle.

Ayurvedische Betrachtungsweise


Aus ayurvedischer Sicht betrachten wir Substanzen auf der grobstofflichen und auf der feinstofflichen Ebene. Grobstofflich besteht weißer Zucker aus den vedischen Elementen Erde und Wasser, was dem Kapha-Dosha und der Geschmacksrichtung süß entspricht. Deren Wirkung ist beruhigend und stabilisierend, was dazu führt, dass Zucker in Stressphasen als eine gute Abhilfe erscheint. Noch dazu schenkt er schnelle Energie, die der Körper bei zwischenzeitlicher Erschöpfung verlangt.

Zucker und die Gunas


Auf der feinstofflichen Ebene kategorisiert Ayurveda Substanzen mithilfe der drei Gunas Sattva, Rajas und Tamas. Diese sind Bioenergien, ähnlich wie die Doshas, nur dass sie eben feinstofflich sind und sehr direkt auf unseren Geist einwirken und im zweiten Schritt auf den Körper.

Zucker fördert zuerst Rajas, dann Tamas. Rajas ist eine feinstoffliche Energieform, die uns zwar Dynamik verleiht, aber auch sehr schnell übereifrig, getrieben und hektisch macht. Das können wir nach dem Zuckerkonsum mit dem schnellen Anstieg des Blutzuckers gleichsetzen. Wenn der Blutzucker dann ebenso schnell wieder absinkt, kommt die tamasische Energie ins Spiel, die uns träge, schwer und vernebelt fühlen lässt.

Ama und Übersäuerung


Haushaltszucker schwächt, wie alle stark verarbeiteten Lebensmittel unsere Verdauungskraft Agni und führt zu unverdauten Stoffwechselprodukten, Ama. Dies wiederum ist die Ursache vieler Krankheiten. Am ehesten bemerken wir diese Effekte in Verdauungsbeschwerden, Gewichtszunahme, Aufgedunsenheit und Erschöpfung.

Zucker regt auch die Bauchspeicheldrüse und die Leber stark an und reizt damit das Pitta-Dosha. Es kommt zu Übersäuerung, Hautproblemen, Nervosität und Entzündungen.

Auch wenn im Ayurveda kein Lebensmittel per se schlecht ist, ist unser Zuckerkonsum im Schnitt zu hoch. Wir schauen uns daher die Gründe dafür an.

Emotionaler Zuckerkonsum


Einen habe ich bereits genannt: Stress und emotionales Essen. Zucker bringt uns über die Elemente Wasser und Erde das Gefühl von Ruhe, Stabilität und Liebe. Sich davon zu lösen ist ein längerfristiger Prozess. Ich hatte schon einige Coaching-Klientinnen mit dieser Absicht. Zentral ist dabei die Selbstbeobachtung und die ehrliche Frage: Was brauche ich gerade? Selbstkasteiung führt vielleicht kurzfristig, aber nicht langfristig zum Ziel.



Dosha-Ungleichgewichte


Die Anfälligkeit für eine Gier nach Zucker ist oft auch in einem Dosha-Ungleichgewicht begründet. Zucker hat die Eigenschaften schwer, feucht und fest. Lass uns schauen, was das für die einzelnen Doshas bedeutet!

Vata


Ein Mensch mit Vata-Ungleichgewicht verliert schnell Energie. Er wird flattrig und nervös, braucht Erdung, Feuchtigkeit, Stabilität. All dies bringt der Zucker. Allerdings führt seine stimulierende Eigenschaft dann schnell zu einer weiteren Steigerung des Vata-Doshas.

Pitta


Pitta-Ungleichgewichte machen sich häufig durch Heißhunger bemerkbar! Auch hier sucht der Betroffene unbewusst nach Erdung und Ruhe, und das Problem ist ähnlich wie beim Vata-Dosha: Der hochschnellende Blutzuckerspiegel wirkt rajasisch und steigert die Verbissenheit und Getriebenheit des Pitta-Doshas noch zusätzlich.

Kapha


Menschen mit Kapha-Ungleichgewicht dagegen fühlen sich oft müde, träge und schwer. Der stimulierende Effekt zuckriger Lebensmittel wirkt kurzfristig. Langfristig kommt es aber aufgrund der Kapha-ähnlichen Eigenschaften schwer, feucht und fest zu einem noch stärkeren Ungleichgewicht.

Auch der Dosha-Ausgleich ist kein Sofort-Tipp, aber essentiell wichtig für Deine Gesundheit und Balance.

Die 6 Geschmacksrichtungen


Auch wenn kein Ungleichgewicht vorliegt, führen unausgeglichene Mahlzeiten oft zu Heißhunger. Ausgeglichen bedeutet im ayurvedischen Sinne, dass alle Geschmacksrichtungen integriert werden. Dazu habe ich ausführliche Blogartikel:

Eine Mahlzeit sollte jede der sechs Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter, herb und scharf enthalten. Besonders häufig kommt es zu Heißhunger, wenn zu wenig von der süßen Geschmacksrichtung in der Mahlzeit vorhanden war. Damit meine ich allerdings nicht zuckrige Nahrungsmittel. Die süße Geschmacksrichtung beinhaltet viele gesunde Nährstoffe wie

  • Getreide und Pseudogetreide

  • Nüsse und Samen

  • Gute Öle

  • Ghee

  • Viele Gemüsesorten, insbesondere Wurzelgemüse

  • Früchte außer Zitrusfrüchte

Also sorg dafür, dass Du die Geschmacksrichtungen möglichst komplett abdeckst. Gewürze helfen dabei!

Falsches Fasten


Ein weiterer häufiger Grund für Heißhunger nach Zucker ist falsch durchgeführtes Fasten. Besonders in der Vata-Zeit im Herbst und Winter brauchen wir ausreichend Nahrung, um gut durch den Tag zu kommen. Wichtig sind alle Makronährstoffe.


Gerade Menschen, die nach einer gesunden Ernährung streben, vernachlässigen oft Kohlenhydrate, Eiweiße oder Fette. Unser Körper ist jedoch darauf programmiert, den Körper und insbesondere das Gehirn mit ausreichend Energie zu versorgen, und schreit dann so laut nach Nachschub, dass wir nicht viel dagegen tun können!

Schlafmangel


Mehrere Studien konnten eindrucksvoll belegen, dass sich Schlafmangel stark auf den Zuckerkonsum auswirkt. Ganz zu schweigen von den anderen erschreckenden Wirkungen, auf die wir hier nicht näher eingehen. Insbesondere in der Vata-Jahreszeit brauchen wir mehr Schlaf. Gut sind momentan tatsächlich 8-9 Stunden.

Wichtig ist auch die Zeit des Nachtschlafes, er sollte idealerweise schon vor 22 Uhr starten. Die ayurvedische Uhr zeigt, dass ab ungefähr 22 Uhr wichtige Reinigungs- und Transformationsprozesse im Körper aktiv sind, wenn wir schlafen. Diese stärken auch das Immunsystem.


Außerdem gibt es einige medizinische Ursachen für ein überhöhtes Verlangen nach Zucker, beispielsweise Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes (Zucker!), Leber- und Stoffwechselerkrankungen. Dies bitte ich Dich mit Deinem Arzt zu klären.

Ayurvedische Zucker-Alternativen


Lass uns nun die ayurvedischen Alternativen zu Zucker betrachten. Grundsätzlich ist Ayurveda, wie gesagt, nicht gegen süße Lebensmittel. Jedoch sollten diese möglichst schonend verarbeitet sein und weitere gute Eigenschaften aufweisen, die ich Dir im Folgenden erkläre.

Honig


Honig gilt als eines der wichtigsten Heilmittel im Ayurveda. Er steigert unsere Lebenskraft Ojas und damit unser Immunsystem, und er fördert Sattva. Sattva ist das dritte Guna, also feinstoffliche Energie, neben Rajas und Tamas. Sattva bewirkt Harmonie, Klarheit und genau die richtige Balance zwischen Energie und Ruhe. Auf grobstofflicher Ebene besteht Honig aus dem Element Feuer, wirkt erhitzend und austrocknend. Daher ist er super für Menschen mit viel Kapha geeignet! Vata sollte aufgrund der austrocknenden Eigenschaft etwas zurückhaltend sein, Pitta verträgt Honig leider nur in Maßen, da das Feuerelement Pitta erhöht.

Sharkara und Kokosblütenzucker


Weitere ayurvedische Ersatzstoffe sind Kokosblütenzucker und Sharkara. Beide werden mit sehr schonenden Verfahren hergestellt, so dass viel mehr Nährstoffe erhalten bleiben und die säurebildende Wirkung viel geringer ist. Nachweislich gelangen diese Süßungsmittel weniger rapide ins Blut. Auf ayurvedischer Sicht sind Kokosblütenzucker und Sharkara ebenfalls sattvisch, also harmonisierend. Allerdings bestehen auch diese Süßungsmittel aus den Elementen Erde und Wasser und sind für Kapha daher nur in Maßen zu empfehlen.

Stevia


Kein Klassiker, aber sehr wertvoll ist Stevia. Es wirkt ebenfalls sattvisch und gleicht alle Doshas aus. Es besteht aus den Elementen Luft und Erde und ist daher vor allem für Pitta eine gute Alternative zu süßen. Auch wenn diese Süßungsmittel deutlich weniger schädlich sind als Haushaltszucker, ist es sinnvoll zu prüfen, ob Du gerade wirklich etwas Süßes brauchst oder nicht.

Meine Erste-Hilfe-Toolbox


  1. Geh ans Fenster und nimm ein paar tiefe Atemzüge an der frischen Luft! Dies gibt Dir vielleicht schon den Energiekick, den Du brauchst.

  2. Trinke ein paar Schluck Wasser. Eventuell hast Du Durst.

  3. Frage Dich, ob Du auch mit Obst, Mandeln oder Trockenfrüchten zufrieden wärst. Sei hier aber ehrlich und iss keine „Magenfüller“, nur um nichts Süßes zu essen.

  4. Wenn Du Süßigkeiten isst, genieße sie mit allen Sinnen. So brauchst Du automatisch weniger davon.


Individuelle Unterstützung


Wenn Du Dir individuell auf Deine Bedürfnisse und Deinen Alltag abgestimmte Unterstützung wünscht, schau Dir mein Ernährungs-Coaching an. Bei Interesse kannst Du Dich hier für ein kostenloses und unverbindliches Kennenlerngespräch anmelden.

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